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Thomas Struth




Thomas Struth: Die präzise Erfassung der Realität

 

Seit Ende der 1990er Jahre zählt der Fotokünstler Thomas Struth (*1954) zu den prominentesten und international erfolgreichsten Vertretern der zeitgenössischen Kunst. Als Absolvent der ersten Generation der legendären Becher-Klasse an der Kunstakademie Düsseldorf hat er die Ästhetik des dokumentarischen Blicks radikal erneuert. Ein prägendes Merkmal von Struths künstlerischer Praxis ist sein serieller Ansatz bei streng konzipierten Werkserien, die sich oft über Jahrzehnte erstrecken. Sein Themenspektrum reicht von menschenleeren Straßenszenen und intimen Porträts über florale Strukturen, Familiengruppen und Landschaften bis hin zu komplexen industriellen und technologischen Installationen. Doch erst durch seine bahnbrechende Serie „Die Architektur der Straßen“, seine psychologisch dichten „Porträts“ und die monumentalen „Museumsfotografien“ – die den Akt des Sehens selbst zum Thema machen – etablierte er sich als führende Figur sowohl in der internationalen Kunstkritik als auch auf dem globalen Kunstmarkt.

 

Seit der Jahrtausendwende wurde Thomas Struths künstlerische Entwicklung ausführlich filmisch dokumentiert. Diese jahrzehntelange Dokumentation mündete zunächst in einen umfassenden 33-minütigen Film, der 2014 im Rahmen der renommierten DVD-Reihe des IKS erschien und Sammlern wie Institutionen gleichermaßen einen tiefen Einblick in sein Werk bot. Anfang 2021 wurde dieses Filmarchiv erheblich erweitert: Ralph Goertz’ 40-minütiger Director’s Cut wurde auf der Plattform „Vimeo on Demand“ veröffentlicht. Diese erweiterte Fassung überbrückt die historische Distanz, indem sie bisher unveröffentlichtes Archivmaterial mit zeitgenössischen Sequenzen verwebt und so Struths unermüdliche Suche nach visueller Wahrheit in einer sich rasch wandelnden Welt zum Leben erweckt.

 

Rezensionsüberblick: Das Echo der Kunstkritik

 

In Kunstrubriken und Fachzeitschriften für Fotografie stieß Ralph Goertz’ Director’s Cut auf durchweg positive Resonanz. Die Kritiker lobten insbesondere die formale Strenge des Films, die ihrer Meinung nach perfekt mit Struths eigenem fotografischen Ansatz korrespondierte. Der Film verzichtet bewusst auf sensationelle Effekte und räumt stattdessen dem konzentrierten Prozess des Sehens und Denkens den nötigen Raum ein. Kritiker betonten, dass es Goertz gelingt, Struths scheinbar unscheinbares Werk in eine fesselnde Chronik zu verwandeln. Insbesondere die Gegenüberstellung früher Straßenfotografien aus New York oder Düsseldorf mit seinen aktuellen, hochkomplexen Forschungs- und Industrieaufnahmen wurde als filmisches Meisterwerk gefeiert und wurde auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt.

 

Details zum Film und zum Werk:

 

Titel: Thomas Struth - New German Photography

Regie & Produktion: Ralph Goertz / IKS – Institut für Kunstdokumentation

Im Film vorgestellte Hauptwerkgruppen: Architektur der Straßen, Porträts, Museumsbilder, aktuelle Arbeiten

Filmversion 1 (DVD): Dokumentarfilm, 33 Minuten (erschienen in der IKS-Edition, 2014)

Filmversion 2 (digital): Director’s Cut, 40 Minuten (veröffentlicht über Vimeo on Demand, Anfang 2021)

Besonderheit: Einbindung von exklusivem, bisher unveröffentlichtem Archivmaterial und aktuellen Phasen seines Schaffens

 

Hier geht es zum Film!












Fotos: Ralph Goertz © IKS-Medienarchiv

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