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Virginia Lee Montgomery




In der Reihe 6 ½ Wochen zeigt das Museum Folkwang vom 9. Mai bis 23. Juni 2019 die erste institutionelle Einzelausstellung von Virginia Lee Montgomery (*1986) in Europa. Ihre Videoarbeit PONY HOTEL (2018) führt symbolisch aufgeladene Elemente zusammen, deren Kombinationen und Interaktionen eine Vielzahl von Assoziationen eröffnen: eine Hand mit manikürten Fingernägeln durchstößt ein Plunderstückchen, weißer Sirup tropft auf eine Armbanduhr, Zöpfe in verschiedenen Variationen – mal blond oder aus bunten Strähnen geflochten, mal körperlos schwebend – entwickeln ein Eigenleben.

Der Pferdeschwanz ist Protagonist in PONY HOTEL und visualisiert gleichzeitig eine autobiografische Auseinandersetzung der Künstlerin. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitet Montgomery als Graphic Facilitator und reist für Live-Visualisierungen von Konferenzen durch die USA. Die dabei bezogenen Hotelzimmer dienen oftmals als Setting ihrer Videos. Im Studio kombiniert sie die Sequenzen in schnellem Schnitt mit einer eigenwilligen Tonspur, die aus einer Mischung von Natur- und Hintergrundgeräuschen besteht. Im audiovisuellen Zusammenspiel entsteht eine rätselhafte, surreale Atmosphäre.

 

Im Museum Folkwang kombiniert Virginia Lee Montgomery ihre Arbeit mit einer Skulptur aus der Sammlung: Ein vordergründiges Interesse am Fließenden, am Aus- und Vergießen, verbindet George Minnes L’homme à l’outre (Knabe mit Schlauch, 1897) mit PONY HOTEL, ohne die Vielzahl an Bedeutungsebenen der tropfenden, fließenden, spritzenden Flüssigkeiten zu schmälern. Im Dialog beider Werke entsteht über Zeiten, Stile und Medien hinweg ein Spannungsfeld, das von der Suche nach dem verborgenen Sinn der Dinge geprägt ist.

 

Wir trafen die Künstlerin zum Interview und durften den offiziellen Ausstellungstrailer produzieren.

 

Foto: Isabel Hernandez © IKS-Medienarchiv

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