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Institut für
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Martin Parr




Martin Parr gehört zu den wichtigsten Dokumentar-Fotografen unserer Zeit.

 

2019 organisiert und kuratiert der Direktor des IKS, Ralph Goertz, die erste Retrospektive des britischen Fotografen in Deutschland im NRW-Forum Düsseldorf. Für diese Ausstellung produziert Martin Parr exklusiv in Zusammenarbeit mit Ralph Goertz die Serie "Kleingärtner", die in verschiedenen Kleingartenbauvereinen in Krefeld und Düsseldorf im Sommer 2018 fotografiert wurde.

 

Martin Parr Retrospektive

NRW-Forum Düsseldorf

18.07. - 10.11.2019

Kurator: Ralph Goertz

 

Hier finden Sie die ersten Ergebnisse vom Shooting.

 

Foto: Martin Parr mit Kurator Ralph Goertz

 

Der englische Fotograf Martin Parr gilt als einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Dokumentarfotografie. Er ist Chronist unserer Zeit, wobei er die Welt mit seinem präzisen und liebevollen Blick abtastet und ihr gleichzeitig den Spiegel vorhält. Sein Lieblingsmotiv ist der Mensch in seiner alltäglichen oder selbst gewählten Umgebung. Martin Parr’s Aufnahmen wirken oft übertrieben, eigenartig, schrill, bunt und zuweilen grotesk. Doch in diesem Blick auf den Menschen liegt auch oft das Fassungslose, das Verzweifelte eines Betrachters, dem sich die Welt und vor allem die Menschen, die in ihr leben, so ungezügelt, so verzerrt begegnen. Schonungslos, aber immer gepaart mit seinem typisch englischen Humor, lichtet er diese Welt in den schillerndsten Farben ab. Martin Parr begibt sich für seine Aufnahmen an die Lieblingsorte der Menschen: den Strand, die Sehenswürdigkeit, das Ausflugsziel. Er sucht Orte mit Extremen.

 

 

Zu Beginn seiner Laufbahn in den 1970er Jahren dokumentierte er die nähere Umgebung seiner Heimat in kontrastreichem Schwarz-Weiss. Anfang der 1980er Jahre verwendete er zunehmend Farbe, änderte seinen Stil und wechselte von seiner 35mm Kleinbildkamera zu der neunen Plaubel 6x7 Mittelformatkamera. Sein 1982 begonnenes und 1986 erstmals veröffentlichtes Projekt The Last Resort, in dem er das britische Strandleben in New Brighton dokumentierte, gilt heute als Meilenstein der Fotografie und machte ihn international bekannt. Erstmals in der Geschichte der Fotografie zeigen seine berührenden wie oft verstörenden Aufnahmen den Alltag des britischen Seebads auf eine neue Art und Weise. Er dekodiert den Begriff der Schönheit und hinterfragt das Schöne im Hässlichen und das Hässliche im Schönen. Stilistisch unterstützt er seine Fragestellung durch die Verwendung eines Blitzes, den er auch bei Tageslicht einsetzt.

 

 

„Wenn die Leute beim Betrachten meiner Bilder gleichzeitig weinen und lachen, dann ist das genau die Reaktion, die die Bilder auch bei mir hervorrufen. Die Dinge sind weder grundsätzlich gut noch schlecht. Ich bin immer daran interessiert, beide Extreme darzustellen.“ – Martin Parr

 

 

 

Martin Parr, der seit 1994 dem exklusiven Kreis der Agentur Magnum Photo angehört, ist ein Meister der Aufdeckung von Beziehungsgeflechten und gesellschaftlichen Klischees und Strukturen, mit denen er beispielsweise das Konsumverhalten oder die oft obszöne Selbstpräsentation des Menschen mit dem Stilmittel der Übertreibung pointiert heraus arbeitet.

Die retrospektiv angelegte Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf ist - mit seinen über 400 Werken - die bisher umfassendste Retrospektive des britischen Star-Fotografen und bildet sein Werk in allen Facetten ab. Neben Werken aus seinen berühmten Serien wie The last Resort, Think of England, Luxury, Life’s a Beach und Common Sense präsentiert die Ausstellung in Düsseldorf erstmals auch frühe Arbeiten seiner Debüt-Serie Bad Weather.

 

Die Martin Parr Retrospektive zeigt den Fotografen nicht nur als Satiriker, sondern richtet den Fokus auf das fotografische Können und den zeitgenössischen Umgang mit dem Medium der Fotografie. Eigens für die Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf entsteht die Serie Kleingärtner, die Martin Parr im Großraum Düsseldorf fotografiert und in der er seine Klasse als Portraitfotograf und Chronist unter Beweis stellt.

 

alle Fotos: Isabel Hernandez / Dirk Rose / Ralph Goertz © IKS-Medienarchiv

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