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Jorike Tenbergen




6 ½ Wochen / Jorieke Tenbergen – CAUTION!

CONTAMINATED CONTEXT II

Museum Folkwang, 24. August – 8. Oktober 2017

Contaminare: lat. 1) Fremdartiges miteinander in Verbindung bringen 2) Verderben.

Relativität und Verschiebung von Inhalten wie Sinnzusammenhängen ist Angelpunkt der künstlerischen Arbeit Jorieke Tenbergens (*1993, Zevenaar, NL), die erst 2016 ihren Abschluss an der Arnheimer ArtEZ Academy of Art and Design (NL) machte. Mit Auszeichnung für eine un- wie außergewöhnliche Herrenkollektion. Sie sampelt und loopt, verhandelt neu, was ihr in Printmedien oder digital begegnet. Alles erscheint in gleichwertiger Relevanz, in Motiv, Material und Form oder semantischer Sinnfälligkeit, um schließlich einer Wandlung unterzogen zu werden bis hin zur Entstehung eines neuen Alphabets. Neonwesten von Bauarbeitern werden mit Kuhfell „kontaminiert“, arabische Beduinenpose und signalfarbener Gesichtsschleier, Printstoffe im Bilderrausch, in monumentaler objet-trouvé-Motivik, synthetisches High-Tech und Plastikmarmor in gekonnter Haute Couture-Manier. Kontext wird recycelt, wie auch Erfahrung und Gewohnheiten im Umgang mit der haptisch-plastischen und visuell-digitalen Welt, mit kunsthistorischer timeline. In diesem Sinne erhalten auch Landschaft und Stillleben, die niederländischen Exportschlager des 17. Jhs., des sogenannten Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei, eine Modifikation jenseits der Alten Meister. Was damals Mühlen im Wind, heute ist es Blech im blubbernden Smog, Kunststoff in der Vase. Skulptur, Plastik, Relief, Assemblage, Collage – Tenbergens Arbeiten, ihre Kollektionen, erscheinen wie das sowohl folgerichtige als auch griffige – tragbare – Teilstück eines erweiterten und seiner Widersprüche bewussten wie selbstbewussten Mediums.

„Während ich meinen Abschluss machte, bemerkte ich, wie sehr ich mich für Kontext interessiere und damit spiele. Inspiration fand ich in Kleidungsstücken, die ich beim Durchblättern von Magazinen und Zeitungen fand. Für meine neuen Arbeiten inspirierte mich der Kontext der Stadt Essen und ihrer Umgebung. Als ich die Stadt vor ein paar Monaten besuchte, beeinflussten mich alle möglichen Dinge, die ich sah und Dinge, die ich mit diesen in Verbindung brachte. Die Arbeitskleidung aus den Kohleminen, die unterschiedlichen Kulturen der Gastarbeiter und die möglichen Freizeitaktivitäten, wie etwa Sport, denen die Menschen hier nachgehen.“ (Jorieke Tenbergen)

 

Wir trafen die Künstlerin zum Interview und durften ihre Performance "Walking Act" mit den Entwürfen der Künstlerin und einer Soundperformance von Julia Bünnagel filmisch begleiten. Danke!

 

 

 

Fotos: Isabel Hernandez © IKS-Medienarchiv

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