Yan Wang Preston
Yan Wang Preston (* 1976 in der Provinz Henan in China) ist eine bildende Künstlerin, die sich für die Darstellung von Landschaften, Identität, Migration und die Umwelt interessiert. In ihren Einzel-, Gemeinschafts- und partizipatorischen Projekten, deren Hauptmedium die Fotografie ist, setzt sie Stand- und Bewegtbilder, Ton, Performance, Installation und das Künstlerbuch ein, um komplexe Ideen aus verschiedenen Blickwinkeln zu erforschen.
Wang Prestons Praxis zeichnet sich durch rigorose Forschungsprozesse aus, die von ihrer engagierten Verkörperung im Land geleitet werden, um ein hautnahes Verständnis zu erlangen. Ihre Projekte sind physisch, intellektuell und emotional anspruchsvoll. Für ihr erstes großes Projekt, Mother River (2010-2014), fotografierte sie den gesamten 6.211 km langen Jangtse-Fluss in China in präzisen Abständen von 100 km mit einer großformatigen Plattenkamera. Ein solch monumentales Unterfangen ermöglichte es ihr, einen vielschichtigen, volkstümlichen Blick auf das zeitgenössische China zu werfen und gleichzeitig die bestehenden Hierarchien innerhalb der fotografischen Darstellung des Jangtse-Flusses seit 1842 zu untergraben. Während dieses Projekts schuf sie zufällig die „roten Bilder“, die zu einem wichtigen Teil ihres Jangtse-Fluss-Projekts wurden.
Wang Prestons Projekte sind international und von der Kritik hoch gelobt. Sie wurde 2023 mit dem ersten RPS Award for Environmental Responsibility ausgezeichnet. Sie gewann den 1. Preis in der Kategorie „Professional Landscape“ bei den Sony World Photography Awards (2019), den 1. Preis in der Kategorie „Professional Commission“ beim Syngenta Photography Prize (2017) und den Shiseido Photographer Prize beim Three Shadows Photography Annual Award in Peking, China (2016). Sie war eine der Hundert Heldinnen, die 2018 von der Royal Photographic Society ausgezeichnet wurden. Ihre Arbeiten befinden sich in zahlreichen Sammlungen, darunter das Victoria & Albert Museum, London; Los Angeles County Museum of Art, USA; National Trust Collections, UK; Wuhan Art Museum, China; Syngenta AG, Swatch Art Peace Hotel, Shanghai und seit 2020 in der IKS Collection, Düsseldorf.
Wang Preston erwarb 1999 ihren BSc in klinischer Medizin an der Fudan Universität, Shanghai, und qualifizierte sich anschließend als praktizierende Anästhesistin. Im Jahr 2005 wanderte sie nach Großbritannien aus und wechselte zur Fotografie. Im Jahr 2009 erwarb sie einen MA in Visual Arts an der Leeds Beckett University. Im Jahr 2018 erhielt sie einen Doktortitel in Fotografie von der Universität von Plymouth. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit lehrt sie an der University of Huddersfield. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in West Yorkshire, Großbritannien.
Im Jahr 2024/25 wurde sie im Rahmen der Ausstellung „FOTO - KUNST - FOTO. Von Julia Margaret Cameron bis Thomas Ruff“ im Clemens Sels Museum Neuss mit ihren ‚The res pictures‘, die Teil der IKS-Sammlung sind, ausgestellt. Die Ausstellung wurde von Anita Hachmann und Ralph Goertz kuratiert.
Foto: Ralph Goertz © IKS-Medienarchiv