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Hans-Peter Feldmann




Das Prinzip des Alltäglichen und die Entmystifizierung des Kunstbegriffs im Werk von Hans-Peter Feldmann

 

Der rheinische Konzeptkünstler Hans-Peter Feldmann (geboren am 17. Januar 1941 in Düsseldorf; gestorben im Mai 2023) zählt zu den maßgeblichen Protagonisten der deutschen und internationalen Konzeptkunst, deren Fundamente er seit den späten 1960er-Jahren entscheidend mitgeprägt hat. Seine künstlerische Praxis zeichnet sich durch eine konsequente Abkehr von den traditionellen Idealen des Geniekults, der Originalität und des auratischen Einzelwerks aus. Anstelle von akademisch-monumentalen Schöpfungen nutzt Feldmann ein enzyklopädisches Repertoire aus vorgefundenen Alltagsgegenständen, anonymen Massenfotografien, Postkarten, Spielzeugen und trivialen Konsumgütern, die er sammelt, archiviert und in neue, ephemere Kontexte überführt. Mit den Stilmitteln des feinsinnigen Humors, der Subversion, der Ironie und einer subtilen Alltagspoesie dekonstruiert er institutionalisierte Sehgewohnheiten und legt die Mechanismen der bürgerlichen Kunst- und Warenwelt offen. Seine seriellen Anordnungen und ready-made-artigen Objektkonstellationen offenbaren einen zutiefst demokratischen und persönlichen Blick auf die Ästhetik des Banalen, wodurch er das gängige Verständnis von Kunst und ihrem Marktwert radikal hinterfragt und für eine Gleichberechtigung von Hoch- und Populärkultur plädiert.

 

Die Erfassung dieser flüchtigen, prozessualen und stark von Verweigerungsstrategien geprägten künstlerischen Haltung stellte die kunstwissenschaftliche Filmdokumentation vor spezifische methodische Herausforderungen. In einem großangelegten Langzeitprojekt wurde Feldmann über einen Zeitraum von fünf Jahren vom Filmemacher und Fotokurator Ralph Goertz kontinuierlich in der Intimität seines Düsseldorfer Ateliers sowie bei der Realisierung seiner Ausstellungen in Düsseldorf, Hamburg und Berlin filmisch begleitet.

 

Entstanden ist der Film OHNE WORTE.

 

Ausgelöst durch Feldmanns zeitlebens artikulierte Skepsis gegenüber theoretisierenden Selbsterklärungen verzichtet die Dokumentation vollständig auf das klassische Element des gesprochenen Interviews oder den Einsatz kommentierender Off-Stimmen. Diese bewusste formale Restriktion spiegelt das konzeptionelle Prinzip des Künstlers im filmischen Medium wider: Das Werk und der Akt des Machens sprechen für sich selbst. Durch das reine Beobachten der alltäglichen Handgriffe, des Sortierens, des präzisen Platzierens von Objekten im musealen Raum und der nonverbalen Interaktion mit seiner Umwelt zeichnet der Film ein unvoreingenommenes, zutiefst persönliches und psychologisches Porträt des Düsseldorfer Künstlers. Die Langzeitdokumentation fungiert somit nicht nur als biografisches Zeitdokument, sondern als eigenständige phänomenologische Analyse, die die inhärente Verbindung von Lebenswelt und Werkgenese im Schaffen Hans-Peter Feldmanns für die kunsthistorische Forschung dauerhaft konserviert.

 

Hier geht es zum Film!

 



Fotos: Ralph Goertz © IKS-Medienarchiv

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